Berater des Ministerpräsidenten und Außenamtssprecher: Katar steht Pakistan weiterhin zur Seite – Ergebnis der Gespräche offen
Doha, den 19. Mai /QNA/ „Katar steht weiterhin uneingeschränkt hinter den von Pakistan geführten Bemühungen um eine Vereinbarung zur Verhinderung einer erneuten Eskalation im Nahen Osten“, bekräftigte Seine Exzellenz Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari, Berater des Ministerpräsidenten und Sprecher des Außenministeriums. Angesichts der anhaltenden diplomatischen Dynamik in der Region lasse sich derzeit jedoch nicht absehen, welche Ergebnisse die laufenden Kontakte hervorbringen würden.
„Sowohl auf regionaler als auch auf internationaler Ebene führen Seine Hoheit der Emir, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, Seine Exzellenz der Ministerpräsident und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani sowie weitere katarische Verantwortliche intensive Gespräche mit ihren Amtskollegen“, erklärte Dr. Al Ansari während der Presseunterrichtung des Außenministeriums, als er auf die laufenden diplomatischen Kontakte Katars einging. Ziel dieser Kontakte sei es, den Waffenstillstand zu festigen, eine erneute Eskalation zu verhindern und die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten.
Die Kontakte der vergangenen Tage, so Seine Exzellenz weiter, hätten sich vor allem auf zwei Fragen konzentriert: die Aufrechterhaltung des Waffenstillstands und die Vermeidung einer erneuten Zuspitzung. „Niemand hat ein Interesse daran, zu den Spannungen der vergangenen Phase zurückzukehren“, sagte Al Ansari. Umso wichtiger seien derzeit regionale Abstimmung und gemeinsames Handeln zum Beistand der pakistanischen Vermittlungsbemühungen.
Unter Bezugnahme auf eine am gestrigen Montag veröffentlichte Erklärung von Seiner Exzellenz, US-Präsident Donald Trump, betonte Al Ansari, die Staatschefs der Region hätten seit Beginn der Krise unablässig auf Deeskalation gedrängt und verlangt, dem diplomatischen Weg eine reale Perspektive zu eröffnen. Katar mache seit Jahren darauf aufmerksam, dass anhaltende Spannungen ohne tragfähige Friedensordnung das Risiko eines umfassenden Krieges bergen, dessen Folgen regional und global spürbar wären.
Zum angekündigten Aufschub eines amerikanischen Angriffs auf den Iran führte der Außenamtssprecher aus, Katars Position sei von der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten sowie vom Anliegen getragen, die Menschen in der Region vor den Konsequenzen eines Krieges oder neuer Eskalation zu schützen. Die Erklärungen der regionalen Führung hätten deutlich gemacht, dass die pakistanische Vermittlung, der Waffenstillstand und weitere diplomatische Anstrengungen breite Unterstützung fänden.
Im Zusammenhang mit der fortdauernden Schließung der Straße von Hormus verwies Al Ansari auf Artikel 38 und 39 des UN-Seerechtsübereinkommens, die das Recht auf Transitdurchfahrt durch internationale Meerengen garantierten. Dieses Recht sichere eine ununterbrochene und zügige Schifffahrt; kein Anrainerstaat, auch Iran nicht, dürfe sie behindern oder aussetzen.
Jeder Versuch, die Meerenge zu schließen oder ihre rechtliche Einordnung so zu verändern, dass die freie Schifffahrt eingeschränkt werde, verstoße gegen das Völkerrecht, sagte Seine Exzellenz. Katar sei nicht an Regelungen interessiert, die den Status quo in der Straße von Hormus veränderten. Entscheidend sei allein, die Meerenge wieder vollständig und im Einklang mit dem Völkerrecht für den Schiffsverkehr zu öffnen.
Ihm zufolge sei die Versorgung Katars mit grundlegenden Gütern trotz der Schließung normal weitergelaufen; strategische Vorräte hätten nicht angetastet werden müssen. Dies sei auf vorbereitete Notfallpläne und verfügbare Alternativen zurückzuführen. Die größte Herausforderung liege derzeit jedoch beim Export von Energieprodukten und den daraus folgenden Auswirkungen auf die globale Energiesicherheit ebenso wie auf die Energiepreise .
Wie Al Ansari bestätigte, passierten die katarischen Tanker Al Khairitiyat and Mahzam in den vergangenen Tagen die Straße von Hormus mit Ziel Pakistan. Dies sei im Rahmen regionaler Koordinierung und in Abstimmung mit Pakistan geschehen, dürfe jedoch nicht als Hinweis auf eine Wiederöffnung der Meerenge oder eine Rückkehr zum normalen Verkehr katarischer Gastanker verstanden werden.
Er fügte hinzu, mehr als zehn voll beladene Tanker befänden sich weiterhin in der Straße von Hormus, hinzu komme eine große Zahl katarischer und ausländischer Schiffe, die auf eine Möglichkeit zur Ein- oder Ausfahrt warteten.
Außerdem machte Dr. Al Ansari deutlich, dass Katar die iranischen Angriffe zurückweise. Im Zentrum stehe die Wahrung der staatlichen Souveränität Katars wie auch des Wohlergehens seiner Bevölkerung; hierzu seien sämtliche notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Dem iranischen Volk stehe – wie allen Völkern der Region – ein Leben in Sicherheit, Frieden und Wohlstand zu, frei von Krieg, Spannungen oder Konflikten. Dass der Iran Katar in diesem Krieg zum Ziel genommen habe, habe die bilateralen Beziehungen jedoch erheblich belastet.
Mit Verweis auf die bevorstehenden NATO-Treffen in der Türkei betonte Al Ansari zum Schluss, Katar gehöre der Istanbuler Kooperationsinitiative der NATO an und unterhalte seit Jahren eine enge Partnerschaft mit dem Bündnis. Die Teilnahme an den Beratungen stehe im Zeichen seiner wichtigen Verteidigungskooperationen und gewinne angesichts der angespannten Sicherheitslage in der Region zusätzliche Bedeutung.
Englisch
Français
Deutsch
Español
русский
हिंदी
اردو