Katar beim Allianz-Treffen zur Zwei-Staaten-Lösung vertreten
Brüssel, den 20. April /QNA/ /QNA/ Der Staat Katar nahm am neunten Treffen der Globalen Allianz zur Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung in Brüssel teil. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, sowie der belgische Vizepremierminister und Außenminister Maxime Prévot.
Den Staat Katar repräsentierte beim Treffen Frau Sara bint Ahmed Al Mohannadi, Amtierende Geschäftsträgerin der Vertretung des Staates Katar in der Europäischen Union.
In ihrer Ansprache im Namen des Staates Katar brachte Al Mohannadi der Europäischen Union ihren Dank für die Ausrichtung des Treffens der internationalen Allianz zur Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung zum Ausdruck und würdigte zugleich Belgien als Gastgeber. Sie unterstrich die kontinuierlichen Bemühungen, die palästinensische Frage auf der internationalen Agenda zu halten.
Zugleich hob sie die zentrale Bedeutung einer regelmäßigen und kontinuierlichen Durchführung solcher Treffen hervor, um die internationale Koordinierung zu vertiefen und den Übergang von politischen Bekenntnissen zu konkreten Maßnahmen zu vollziehen, die der Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung auf Grundlage der Resolutionen der internationalen Gemeinschaft dienen. Ziel sei die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt sowie die Gewährleistung des Rückkehrrechts palästinensischer Flüchtlinge gemäß Resolution 194 der Vereinten Nationen.
Frau Al Mohannadi führte weiter aus, dass sich der Staat Katar seit Beginn aktiv an den Vermittlungsbemühungen im Zusammenhang mit dem Gazastreifen beteilige und in verschiedenen internationalen Formaten engagiert sei, darunter der in diesem Kontext vorgeschlagene Zwanzig-Punkte-Plan. Darüber hinaus habe Katar das Scharm-el-Scheich-Abkommen unterzeichnet und maßgeblich zur vollständigen Umsetzung seiner ersten Phase beigetragen.
Weiterhin begrüßte sie den Friedensrat sowie dessen Exekutiv- und Fachgremien und verwies auf die Bereitstellung von einer Milliarde US-Dollar durch den Staat Katar zur Unterstützung seiner Bemühungen um eine gerechte und umfassende Endlösung.
Ferner verwies sie auf den Beistand Katars für die Resolution 2803 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sowie für den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump. Die rasche und gewissenhafte Umsetzung beider Instrumente, so sie weiter, sei als gemeinsame Verantwortung aller UN-Mitgliedstaaten zu verstehen. Gleichzeitig brachte sie die große Besorgnis Katars über anhaltende israelische Verstöße gegen die Waffenruhe, die Verweigerung eines Rückzugs aus dem Gazastreifen sowie die Behinderung humanitärer Hilfslieferungen zum Ausdruck, die die Umsetzung der zweiten Phase erschweren und die Aussichten auf Frieden beeinträchtigen.
Zur humanitären Lage erklärte Al Mohannadi, der Grenzübergang Rafah müsse vollständig geöffnet werden, damit Hilfsgüter ungehindert ankommen und Zivilisten sich bewegen können. Sie sprach sich klar gegen die Nutzung von Grenzübergängen als Druckmittel aus und warnte vor den schweren Folgen, wenn medizinische Notfälle nicht rechtzeitig evakuiert werden.
Außerdem bekräftigte sie die uneingeschränkte Unterstützung Katars für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) und warnte, dass jede Einschränkung seiner Tätigkeit eine unmittelbare Gefährdung der internationalen humanitären Ordnung darstelle. So rief sie die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Agentur zu stärken und ihr die uneingeschränkte Wahrnehmung ihres Mandats zu ermöglichen.
Darüber hinaus sprach Al Mohannadi die klare Verurteilung Katars gegenüber den israelischen Maßnahmen im Westjordanland aus. Dazu zählen der Ausbau von Siedlungen, Versuche einer Annexion und die Schaffung neuer rechtlicher Strukturen – etwa durch die Einstufung von Land als Staatseigentum. Solche Schritte verletzen das Völkerrecht und gefährden die Chancen auf einen gerechten Frieden.
Sie warnte auch davor, dass die aktuelle Ablenkung der internationalen Gemeinschaft durch andere Krisen genutzt werden könnte, um neue Fakten zu schaffen – etwa im Westjordanland oder rund um die Al-Aqsa-Moschee. Das würde internationale Vereinbarungen untergraben und die Stabilität der Region gefährden. Daneben betonte sie, dass Katar die Entsendung einer internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) unterstützt – allerdings schrittweise und gekoppelt an einen israelischen Rückzug.
Sie machte deutlich, dass ein gerechter und dauerhafter Frieden nur möglich sei, wenn die Ursachen des Konflikts angegangen werden – vor allem durch ein Ende der Besatzung und die Umsetzung der Rechte des palästinensischen Volkes, insbesondere seines Rechts auf Selbstbestimmung.
Zum Schluss sagte sie, dass Katar seine humanitären und entwicklungspolitischen Bemühungen gemeinsam mit Partnern bei den Vereinten Nationen und im Sicherheitsrat fortsetzen würde, um auf dringende Bedürfnisse zu reagieren, den Wiederaufbau zu fördern und die Chancen auf einen nachhaltigen Frieden zu erhöhen.
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