Außenamtssprecher: Katar fordert Deeskalation und lehnt destabilisierende Maßnahmen ab
Doha, den 31. März /QNA/ Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari, Berater des Ministerpräsidenten und offizieller Sprecher des Außenministeriums, hat bekräftigt, dass Katar seit Beginn der Krise konsequent auf Deeskalation drängt. Die Haltung des Landes sei unverändert: Jede Maßnahme, die den Konflikt verschärft oder die Stabilität der Region gefährdet, werde entschieden abgelehnt.
Im Mittelpunkt stehe derzeit der Schutz der staatlichen Souveränität. Katar konzentriere sich darauf, sein Territorium zu verteidigen und laufende Angriffe abzuwehren, erklärte Al Ansari bei der wöchentlichen Presseunterrichtung des Außenministeriums. Zugleich betonte er, dass Doha aktuell nicht aktiv in Vermittlungsbemühungen eingebunden sei, jedoch diplomatische Initiativen zur Eindämmung der Eskalation weiterhin voll unterstütze.
Nach Angaben des Sprechers konnten die katarischen Streitkräfte mehr als 90 Prozent der Angriffe abfangen. Dies habe maßgeblich zur Aufrechterhaltung der inneren Stabilität und des öffentlichen Lebens beigetragen. Katar behalte sich jedoch ausdrücklich das Recht auf eine angemessene Reaktion vor.
Al Ansari warnte eindringlich vor einer weiteren Zuspitzung des Konflikts, der sich seit 2023 zunehmend verschärft habe. Die wiederholte Überschreitung „roter Linien“ – insbesondere durch Angriffe auf kritische Infrastruktur – berge erhebliche Risiken für die gesamte Region. Die gezielte Attacke auf zivile Einrichtungen wie Energie- und Wasseranlagen stelle eine gravierende Bedrohung für die Bevölkerung dar und verstoße klar gegen das Völkerrecht.
Mit Blick auf die regionale Diplomatie unterstrich der Sprecher, dass Katar weiterhin in engem Austausch mit internationalen Partnern stehe, darunter Pakistan. Ziel sei es, eine nachhaltige Beruhigung der Lage zu erreichen. Die diplomatischen Beziehungen zu Iran bestünden fort, wenngleich Doha die jüngsten Angriffe entschieden verurteilt und vor deren negativen Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen gewarnt habe.
Zum Libanon bekräftigte Dr. Al Ansari Katars klare Position zugunsten der staatlichen Souveränität und verurteilte die israelische Aggression, darunter gezielte Tötungen und Operationen auf libanesischem Staatsgebiet, als völkerrechtswidrig.
Er führte weiter aus, parallel dazu habe Katar rechtliche Schritte eingeleitet und entsprechende Beschwerden beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sowie beim UN-Generalsekretär eingereicht, um die Vorfälle zu dokumentieren.
Besondere Aufmerksamkeit widmete der Außenamtssprecher der sicherheitspolitischen Bedeutung der Straße von Hormus. Deren Stabilität sei sowohl regional als auch global von zentraler Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf Energieversorgung und Lieferketten. Er rief zu einer gemeinsamen regionalen Sicherheitsarchitektur auf, die freie Schifffahrt und Stabilität gewährleistet.
Zugleich warnte der Berater des Ministerpräsidenten und offizieller Sprecher des Außenministeriums vor den potenziell verheerenden Folgen von Angriffen auf Energie- und Nuklearanlagen, die unter anderem zu radioaktiver Kontamination und großflächigen Versorgungsunterbrechungen führen könnten.
Des Weiteren hob er die enge sicherheitspolitische Kooperation Katars mit internationalen Partnern hervor. Neben der strategischen Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten verwies er auf die Präsenz türkischer Streitkräfte, die Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich sowie auf die Koordination mit europäischen Staaten und den Mitgliedern des Golf-Kooperationsrates. Diese Partnerschaften hätten wesentlich zum Schutz der kritischen Infrastruktur beigetragen.
Zum Schluss sagte er, eine abschließende Bewertung wirtschaftlicher Schäden sei zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Er ergänzte, Vorrang habe derzeit die Sicherung der nationalen Souveränität; eine umfassende Bilanz werde erst nach Ende der Krise möglich sein.
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