Die UN warnt vor einer Normalisierung der kollektiven Nahrungsmittelverweigerung in Gaza, da die humanitäre Krise sich dort weiter verschärft
New York, den 19. Juli /QNA/ Die Vereinten Nationen haben vor einer Normalisierung der kollektiven Nahrungsmittelverweigerung im Gazastreifen gewarnt. Sie prangerten eine besorgniserregende Verschärfung der Unterernährung und des Hungers an, die täglich zahlreiche Todesopfer fordert – insbesondere unter Kindern und Frauen.
In einer Erklärung gab das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) bekannt, dass die israelischen Behörden eine weitere Zwangsumsiedlung in bestimmten Gebieten im Norden des Gazastreifens angeordnet haben.
Zudem wurde über besonders besorgniserregende Berichte von unterernährten Kindern und Erwachsenen in Krankenhäusern berichtet, in denen die medizinischen Ressourcen nach wie vor gravierend unzureichend sind.
Das UN-Büro erklärte zudem, dass sich die Energiekrise trotz einer begrenzten Wiederaufnahme der Treibstoffimporte weiter verschärfe. Zudem habe der Brennstoffmangel in den letzten beiden Tagen dazu geführt, dass die Sammlung fester Abfälle eingestellt und mehrere Wasserbrunnen, insbesondere in Deir al-Balah, geschlossen wurden.
Aufgrund des Treibstoffmangels wurden wichtige medizinische Dienstleistungen wie die Dialyse teilweise oder ganz ausgesetzt und weitere Unterbrechungen sind zu erwarten.
In der Erklärung wurde erläutert, dass der humanitäre Zugang weiterhin stark eingeschränkt ist, und festgestellt, dass nur sieben von 13 Koordinationsversuchen für die Durchreise von humanitären Helfern und Lieferungen von den Besatzungsbehörden genehmigt wurden.
Darüber hinaus wiesen humanitäre Mitarbeiter der Vereinten Nationen darauf hin, dass tägliche Gewalt, vermeidbare Todesfälle, Treibstoffknappheit, Zwangsumsiedlungen und Verzweiflung zur Normalisierung der kollektiven Nahrungsmittelverweigerung unter den Bewohnern des Gazastreifens beitragen.
Erinnert sei daran, dass die Ernährungsunsicherheit im Gazastreifen aufgrund der von der israelischen Besatzung über alle Grenzübergänge verhängten Totalblockade ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht hat.
UN- und internationale Organisationen bestätigen, dass die Hungersnot für die Bewohner des Gebiets zu einer tragischen Realität geworden ist, während die internationale Gemeinschaft sich schwer tut, effektiv zu reagieren.
Englisch
Français
Deutsch
Español