Katar setzt auf Diplomatie: Dr. Al Khulaifi betont zentrale Rolle der Vermittlung in der Außenpolitik
Doha, den 29. April /QNA/ In einer Welt zunehmender geopolitischer Spannungen präsentiert sich der Staat Katar als beharrlicher Architekt des Dialogs. In einem eindrucksvollen Auftritt beim Global Security Forum 2025, das unter dem Leitmotiv „Die Rolle nichtstaatlicher Akteure für die globale Sicherheit“ in Doha tagte, unterstrich Staatsminister Dr. Mohammed bin Abdulaziz Al Khulaifi den festen Grundsatz Katars: Vermittlung ist das Rückgrat der katarischen Außenpolitik.
Von Konflikten im Nahen Osten über die Ukraine-Krise bis hin zu Spannungen in Afrika und Lateinamerika – Katar habe sich, so der Minister, weltweit einen Ruf als vertrauenswürdiger und konstruktiver Vermittler erarbeitet. Der katarische Ansatz sei ansteckend geworden – immer mehr Staaten folgten dem Beispiel Dohas und suchten den Dialog als Mittel zur Konfliktlösung.
Gazastreifen im Fokus: Besonders hob Al Khulaifi Katars Engagement im Gazastreifen hervor. Bereits ab dem ersten Tag des aktuellen Krieges sei Katar tief in Vermittlungsversuche involviert gewesen. Die diplomatischen Bemühungen führten zu Waffenstillstandsvereinbarungen zwischen Israel und der Hamas im November 2023 sowie im Januar 2025. Trotz Rückschlägen bleibe Katar der Überzeugung treu, dass Hoffnung durch Beharrlichkeit genährt werde.
Iran-USA-Dialog: Mit Blick auf das angespannte Verhältnis zwischen Washington und Teheran bekräftigte Al Khulaifi die Bedeutung von Respekt und Transparenz im Dialog mit dem Nachbarstaat Iran. Katar stehe aktiv den Vermittlungsbemühungen des Sultanats Oman zur Seite, das den Weg für einen strukturierten Dialog zwischen beiden Seiten geebnet habe.
Syrien: Ein neues Kapitel? In Bezug auf Syrien betonte der Minister die langjährige Solidarität Katars mit dem syrischen Volk. Man pflege Kontakte zur neuen Regierung und strebe eine Zukunft an, die von Entwicklung und Stabilität geprägt sei. Besondere Erwähnung fanden Projekte zur Stromversorgung über Jordanien sowie eine gemeinsame Initiative mit Saudi-Arabien zur Schuldenerleichterung gegenüber der Weltbank.
Jemen und Libanon: Auch in der Jemen-Krise sei Katar weiterhin als Förderer eines internen Dialogs aktiv. Im Fall des Libanon begrüßte Al Khulaifi die jüngsten politischen Fortschritte, insbesondere die Wahl eines Präsidenten und die Bildung einer stabilen Regierung. Dies sei – nach Jahren der politischen Lähmung – ein Hoffnungsschimmer für ein Land am Rande des Kollapses. Katar werde sowohl der libanesischen Armee als auch den staatlichen Strukturen weiterhin aktiv beistehen. Er rief Israel auf, seine militärischen Operationen im Süden des Landes einzustellen.
Transatlantische Beziehungen: Das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten beschrieb der Minister als robust und kontinuierlich belastbar – unabhängig von den jeweiligen US-Regierungen. Unter Präsident Donald Trump habe es durch Sondergesandten Steven Witkoff eine enge und pragmatische Zusammenarbeit insbesondere zur Lage in Gaza gegeben.
Afghanistan: Bildung als Schlüssel zur Stabilität: Auch in Afghanistan habe Katar mit Bildungsprojekten und sozialen Initiativen ein Zeichen gesetzt. Ziel sei es, dem afghanischen Volk durch konstruktive Ansätze eine friedlichere Zukunft zu ermöglichen.
Schlussappell an die Weltgemeinschaft: Zum Abschluss seiner Ausführungen richtete Dr. Al Khulaifi einen eindringlichen Appell an die internationale Gemeinschaft: Es sei an der Zeit, neue Mechanismen zur Lösung von Konflikten zu entwickeln – Mechanismen, die auf Dialog, nicht Konfrontation, setzen. „Der Frieden bleibt – historisch wie moralisch – stets der überlegene Weg.“
Englisch
Français
Deutsch
Español