Ministerpräsidenten-Berater und Außenamtssprecher: Die Beziehungen zwischen den Golfstaaten und der EU stärken – eine strategische Notwendigkeit für internationale Sicherheit und Stabilität
Doha, den 06. Dezember /QNA/ Dr. Majed Mohammed Al Ansari, Berater des Ministerpräsidenten und Sprecher des Außenministeriums (MOFA), betonte die Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Golfstaaten und der Europäischen Union (EU) in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Sicherheit. Diese Zusammenarbeit ist laut Al Ansari eine grundlegende Säule für die Verwirklichung regionaler und globaler Stabilität.
Dies geschah im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Beziehungen zwischen den Golfstaaten und der EU im Angesicht strategischer Isolation“, die am Rande des ersten Tages des Doha-Forums 2025 stattfand.
Neben Dr. Al Ansari nahmen daran teil:
- Seine Exzellenz, Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Norbert Röttgen,
- der Präsident des Beirats des Italienischen Instituts für Internationale Politikstudien (ISPI), Dr. Paolo Magri,
- sowie der Gründer und Vorsitzende des Gulf Research Center, Dr. Abdulaziz Sager.
Die Diskussion wurde von Caroline Kanter moderiert. Sie ist Stellv. Leiterin der Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS).
Dr. Al Ansari stellte fest, dass die jüngsten globalen geopolitischen Veränderungen – darunter die Ankündigung der nationalen Sicherheitsstrategie der USA – darauf hindeuten, dass sich die Aufmerksamkeit der USA allmählich vom Nahen Osten und Europa weg verlagert. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren direkten Zusammenarbeit zwischen Golf und Europa.
Er betonte, dass die wichtigsten Bereiche für eine strategische Zusammenarbeit zwischen Golf und Europa die Stärkung von Allianzen bei der Konfliktlösung und internationalen Vermittlung sowie die Bewältigung globaler Energie-Sicherheitsprobleme umfassen sollten. Zudem wies er darauf hin, dass die Stabilität der globalen Energiemärkte von der Sicherheit auf See und dem regulatorischen Verständnis zwischen den Beteiligten abhängt.
Der Sprecher des Außenministeriums und Berater des Ministerpräsidenten erklärte, dass die Golfregion zu den weltweit größten Lieferanten von Erdgas und Erdöl gehört und die Stabilität wichtiger Regionen, wie des Südchinesischen Meeres, direkten Einfluss auf die weltweite Versorgung hat. Die europäische Zusammenarbeit ist hingegen ein wesentlicher Faktor für die Sicherung der Stabilität von Nachfrage und Märkten.
Dr. Al Ansari betonte, wie wichtig es ist, die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen dem Golf-Kooperationsrat (GCC) und der Europäischen Union (EU) zu beschleunigen. Laut ihm sind die langwierigen Verhandlungen zum Teil auf das Fehlen technischer Beziehungen zwischen beiden Seiten zurückzuführen. Dies behindert das Verständnis für gemeinsame Interessen und den Austausch, darunter auch Fragen wie die Befreiung von Schengen-Visum Gebühren für Bürger der Golfstaaten.
Zudem bekräftigte Dr. Al Ansari die Bedeutung des Aufbaus bilateraler Partnerschaften zwischen dem GCC und der EU. Die nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten europäischen Werte stimmten mit denen der Golfstaaten überein, weshalb diese Werte im Rahmen gegenseitigen Respekts und kultureller Vielfalt verstanden und weiterentwickelt werden sollten. Die Akzeptanz kultureller Vielfalt, so betonte der Berater des Ministerpräsidenten, stärkt den sozialen Zusammenhalt und wirkt der kulturellen Isolation in verschiedenen Teilen der Welt entgegen.
Der Berater des Ministerpräsidenten und Sprecher des Außenministeriums schloss seine Ausführungen mit der Feststellung, dass die Beziehungen zwischen den Golfstaaten und Europa auf einer nachhaltigen technischen, politischen und wirtschaftlichen Grundlage aufgebaut werden sollten. Dazu sollten gemeinsame Maßnahmen zur Konfliktlösung, zur Gewährleistung der Energiesicherheit und zur Stärkung gemeinsamer Werte ergriffen werden, um die globale Stabilität zu unterstützen.
Die Podiumsteilnehmer betonten, dass das enorme Potenzial der Beziehungen zwischen den Golfstaaten und den EU-Mitgliedstaaten aufgrund der Beschäftigung mit anderen Themen lange Zeit ungenutzt geblieben ist. Sie wiesen außerdem darauf hin, dass die globale Ordnung derzeit eine Erosion internationaler Normen und Regeln sowie eine Schwächung globaler Institutionen erlebt, was zum Teil auf die Versuche einiger Großmächte zurückzuführen ist, ihre regionale Dominanz zu behaupten.
Sie betonten, wie wichtig es ist, die strategische Vision über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus zu erweitern und die Zusammenarbeit mit Mittelmächten und mittelgroßen Staaten zu intensivieren, um globale Stabilität und Zusammenarbeit zu fördern.
Die Teilnehmer erklärten, dass Fragen der Sicherheit, des Handels, der Verteidigungszusammenarbeit, des Technologietransfers und der Reisevisa zentrale Elemente für die Stärkung der Partnerschaft zwischen den Golfstaaten und Europa sind. Durch die gemeinsame Arbeit in diesen Bereichen würden die Interessen beider Seiten gewahrt und regionale sowie internationale Herausforderungen könnten wirksam angegangen werden.
Das Panel schloss mit der Feststellung, dass es notwendig ist, fortschrittliche politische Empfehlungen zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Golfstaaten und der EU zu erarbeiten, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und gesellschaftliche Vernetzung. Diese werden in der kommenden Phase als wesentliche Elemente für stabilere Beziehungen zwischen beiden Seiten angesehen.
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