Ministerpräsident und Außenminister: Katar wird das palästinensische Volk weiter unterstützen
Doha, den 07. Dezember /QNA/ Seine Exzellenz, der Ministerpräsident und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani, bekräftigte, dass Katar seine politische und humanitäre Unterstützung für das palästinensische Volk fortsetzen werde. Zugleich machte er deutlich, dass Katar nicht bereit sei, für den Wiederaufbau der Zerstörungen im Gazastreifen aufzukommen, die durch andere verursacht worden seien. Nachdrücklich unterstrich er ferner das unveräußerliche Recht der Palästinenser, in ihrer Heimat zu verbleiben, sowie das Verbot jeglicher erzwungener Vertreibung.
In einem Gespräch mit Tucker Carlson, dem Gründer des nach ihm benannten Netzwerks, am Rande des zweiten Tages des Doha-Forums 2025 führte Seine Exzellenz aus, die Kontakte zur Islamischen Widerstandsbewegung Hamas bestünden seit nunmehr 13 Jahren und seien ursprünglich auf Ersuchen der Vereinigten Staaten zustande gekommen.
Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani erläuterte, dass die eigentlichen Wurzeln dieser Beziehung rund 19 Jahre zurückreichen, als die Bewegung an den Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat teilnahm und ihr Büro im Jahr 2012 nach Doha verlegte. Dieses Büro sei ausschließlich für Waffenstillstandsverhandlungen und die Erleichterung der humanitären Hilfe für Gaza genutzt worden.
Seine Exzellenz erklärte weiter, der Staat Katar habe infolge der Aufnahme der Hamas auf seinem Territorium erhebliche Kritik sowie Angriffe erfahren. Zugleich unterstrich er, dass zur Beilegung von Konflikten zwingend die Einbeziehung sämtlicher beteiligter Akteure erforderlich sei.
Er stellte klar, dass der Dialog mit der Hamas ungeachtet vielfältiger Vorwürfe zu mehreren Vereinbarungen über Waffenstillstände, zur Freilassung von Geiseln sowie zur Linderung des Leids der Zivilbevölkerung beigetragen habe. Zugleich warnte er davor, dass einzelne politische Akteure versuchten, diese Ergebnisse für kurzfristige politische Vorteile zu instrumentalisieren, indem sie entsprechende Deutungen beförderten und Katar zur Adressierung von Schuldzuweisungen gegenüber anderen Staaten nutzten.
Seine Exzellenz betonte, dass sämtliche Hilfslieferungen ans palästinensische Volk unter vollständiger Transparenz und unter Aufsicht der Vereinigten Staaten durchgeführt wurden. Auch Israel habe diesen Prozess – unter wechselnden Regierungen – ermöglicht.
Mit Nachdruck er erneuerte, dass Katar zu keinem Zeitpunkt die Hamas finanziert habe, und dass entsprechende Vorwürfe haltlos seien:
„Das Ziel solcher Behauptungen ist die Verbreitung von Lügen und Desinformation über den Staat Katar – und das dient in der Realität keinem Zweck.“
Weiter betonte Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani, die über Jahrzehnte gewachsene Bilanz Katars im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten zeige eindeutig, dass Doha niemals zu feindseligen Handlungen ermutigt habe. Vielmehr hätten sich sämtliche Gespräche mit Washington konsequent auf Deeskalation und die Schaffung von Voraussetzungen für Frieden in der Region konzentriert.
Zum israelischen Angriff auf Doha erklärte Seine Exzellenz, es gebe Handlungen, die moralisch nicht zu rechtfertigen seien. In diesem Zusammenhang sagte er:
„Mediation bedeutet, einen sicheren Raum für Konfliktparteien zu schaffen, damit sie eine Einigung zur Beendigung von Kriegen erzielen können. Doch wenn der Vermittler selbst von einer der Konfliktparteien bombardiert wird, ist das beispiellos.“
Der Ministerpräsident und Außenminister betonte erneut, dass der israelische Angriff auf Doha einen klaren Bruch des Völkerrechts und der staatlichen Souveränität darstelle – und in keiner Weise akzeptabel sei.
Er berichtete zudem, dass sich US-Präsident Donald Trump unmittelbar nach dem Angriff gemeldet habe. Parallel habe es auch Kontakte mit der israelischen Seite gegeben. Trump habe dabei seine Enttäuschung und seine Bestürzung über das Vorgehen Israels deutlich zum Ausdruck gebracht.
Er erläuterte, dass der israelische Angriff erfolgte, während das katarische Team gerade versuchte, die Hamas zur Zustimmung zu dem damaligen Vorschlag von Präsident Trump zu bewegen, noch bevor der 20-Punkte-Plan ausgearbeitet wurde.
Im Zusammenhang mit irreführenden Medienberichten, die behaupteten, der israelische Angriff auf Doha sei mit Billigung von US-Präsident Donald Trump erfolgt, sprach der Ministerpräsident und Außenminister von gezielten Versuchen, das Verhältnis zwischen Katar und den Vereinigten Staaten zu unterminieren. Derartige Kampagnen, so führte er aus, stützten sich seit Jahren auf Unwahrheiten, Desinformation und bewusste Verzerrungen, um Katar zu schaden und die bilateralen Beziehungen zu belasten.
Er fuhr fort, die Beziehung Katars zu den USA nütze beiden Seiten – gerade weil sie andere Ziele verfolgten als jene Kräfte, die auf Eskalation, Dominanz und Kontrolle setzten. Katars Linie sei seit jeher klar: Konflikte würden nicht mit Gewalt, sondern durch Dialog gelöst..
Seine Exzellenz stellte erneut klar, dass Katars Unterstützung dem palästinensischen Volk gilt – nicht dem Wiederaufbau dessen, was Israel zerstört hat.
Seine Exzellenz sagte ferner:
„Es schmerzt uns, wenn wir hören, wie andere über die Menschen in Gaza sprechen, als wären sie ein anderes Volk. Wir sind jedoch der Auffassung, dass die Bevölkerung Gazas das Recht hat, selbst zu entscheiden, wo sie leben möchte. Diese Menschen wollen ihre Heimat nicht verlassen – das haben wir mehrfach gesehen, als die Barrieren zwischen dem Norden und dem Süden des Gazastreifens aufgehoben wurden: Die Menschen kehrten in ihre Häuser zurück, obwohl sie dem Erdboden gleichgemacht waren, errichteten Zelte auf den Trümmern. Das zeigt die Standhaftigkeit dieses Volkes. Niemand hat das Recht, dieses Volk zu vertreiben oder es zur Umsiedlung an einen anderen Ort zu zwingen.“
Der Premier warnte, dass die derzeitige Lage nicht dauerhaft tragfähig sei. Sollten die Verstöße im Gazastreifen anhalten, könne der Konflikt erneut eskalieren – etwas, das um jeden Preis vermieden werden müsse.
Die beste Lösung liege, so Seine Exzellenz, in der Umsetzung des von Präsident Trump vorgelegten Plans, der breiten regionalen Konsens gefunden habe, im Wiederaufbau Gazas bei Verbleib seiner Bevölkerung auf ihrem Land sowie in einer politischen Lösung der umfassenderen Frage durch die Gründung eines palästinensischen Staates im Rahmen der Zwei-Staaten-Lösung.
Er äußerte die Hoffnung, dass es nicht zu einem Krieg zwischen Israel und Iran kommen werde und dass ein Weg gefunden werde, die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wiederzubeleben. Ein israelischer Angriff auf Iran, warnte er, hätte Auswirkungen auf die gesamte Region.
Zur russisch-ukrainischen Krise sagte Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani, es gebe derzeit viel Hoffnung in die von den USA geführten Bemühungen, eine Lösung zu erreichen. Dieser Krieg sei zu einer globalen Belastung geworden und habe schwerwiegende Folgen, sollte er weiter andauern.
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