Doha-Forum 2025: Der Ministerpräsident und Aussenminister – „Ohne Gerechtigkeit kein Frieden!“
Doha, den 06. Dezember /QNA/ Seine Exzellenz Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani, Ministerpräsident und Außenminister, betonte, dass der Staat Katar daran glaubt, dass Gerechtigkeit nicht nur ein politisches Ziel, sondern eine zentrale Voraussetzung für die Bewahrung des internationalen Friedens und der Stabilität ist.
In seiner Rede bei der Eröffnungssitzung des Doha-Forums 2025 in seiner 23. Ausgabe erklärte Seine Exzellenz heute Morgen:
„Aus diesem Glauben heraus gestalten wir unsere Politik: durch Übereinstimmung von Wort und Tat, durch Kohärenz zwischen Grundsätzen und Praxis und durch ein festes Engagement für internationale Verantwortung – ohne Parteinahme, sondern stets im Dienst des Menschen und seiner Würde.“
Er fügte hinzu, dass Katar auf dieser Grundlage seine Rolle als aktive Vermittlungsnation fortsetze – einem der wichtigsten Pfeiler seiner Außenpolitik. Das Land eröffne Dialogkanäle, stelle verlässliche Verhandlungsplattformen bereit und erleichtere Verständigungen zwischen Konfliktparteien.
Der Ministerpräsident und Außenminister hob hervor, dass Katars Bilanz an erfolgreichen Vermittlungen und das Vertrauen, das die internationale Gemeinschaft in Katars Rolle bei der Friedensförderung setzt, bewiesen habe, dass Vermittlung keine politische Luxusoption oder ein taktischer Vorteil für Katar sei, sondern ein fest verankertes Prinzip, das das Land mit Aufrichtigkeit praktiziere. Dies geschehe aus der Überzeugung heraus, dass echter Frieden durch Einbindung statt Ausgrenzung, durch Erweiterung gemeinsamer Räume statt Vertiefung von Spaltung entstehe.
Er fuhr fort, dass sich dieser Ansatz deutlich im gestern erzielten Ergebnis gezeigt habe: Katar ist gemeinsam mit seinen Partnern – Norwegen, Spanien und der Schweiz – ein bedeutender Durchbruch gelungen, indem zwischen der kolumbianischen Regierung und der selbsternannten EGC-Gruppe ein Abkommen erreicht wurde. Dieses Abkommen eröffne den Kolumbianerinnen und Kolumbianern eine echte Chance, Sicherheit und Menschenwürde zu stärken und den von Gewalt betroffenen Gemeinschaften einen realistischen Hoffnungsschimmer für einen Ausweg aus Jahren des Konflikts zu bieten.
Seine Exzellenz erläuterte weiter, dass das Abkommen auch einen organisierten politischen Prozess eröffnet, der auf Entwaffnung, Bekämpfung von Drogenproduktion und -handel sowie den Aufbau eines nachhaltigen Friedens in einem vereinbarten Rahmen abzielt – und damit Stabilität in jene Regionen zurückbringen soll, die lange Zeit vom Konflikt geprägt waren.
Laut Seiner Exzellenz dieser Fortschritt bestätigt, dass aufrichtige und verantwortungsvolle Vermittlung in der Lage ist, Zivilisten zu schützen und Wege zu einem Frieden zu eröffnen, der auf Verantwortung, Vertrauen und der Verpflichtung der Parteien zu dem beruht, was den Menschen dient.
Er unterstrich, dass die Welt nicht mehr Versprechen, sondern Gerechtigkeit brauche, die von allen ohne doppelte Standards praktiziert werde, sowie Verantwortung, die von jedem getragen werde – ohne Parteinahme –, und Mut, der Worte in Taten umsetzt.
In seiner Rede hob der Ministerpräsident und Außenminister hervor, dass das Doha-Forum eine führende globale Plattform sei, die Entscheidungsträger, Vordenker und Experten aus aller Welt zusammenbringe und einen einflussreichen Raum für den Dialog über große Herausforderungen und die Ausarbeitung praktischer Lösungen bilde.
Seine Exzellenz führte weiter aus: „Das Motto des diesjährigen Forums spiegelt eine Wahrheit wider, die wir alle wahrnehmen: Die Kluft zwischen Diskurs und Praxis wird größer, und Gerechtigkeit fehlt zunehmend im Verlauf des Völkerrechts – in einer Welt, in der Interessen über Prinzipien gestellt werden und das Recht immer häufiger durch Macht ersetzt wird.“
SE warnte davor, dass die Welt eine beispiellose Verschärfung von Krisen erlebe – nicht aufgrund mangelnder Ressourcen oder fehlenden Wissens, sondern aufgrund mangelnder Rechenschaftspflicht und der Fortdauer ungelöster Konflikte, was eine unmittelbare Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit darstelle.
In diesem Zusammenhang wies SE darauf hin, dass Krisen, die nach dem Prinzip der Macht statt des Rechts geführt werden, und Situationen, in denen der Angreifer jeder Form von Rechenschaft entzogen bleibt, das internationale System in eine Art „Sammlung unerfüllter Versprechen“ verwandeln.
SE erläuterte, dass die aufeinanderfolgenden Spannungen gezeigt hätten, dass ein Krisenmanagement auf Minimalniveau oder die Aufrechterhaltung eines temporären internationalen Konsenses, ohne die Wurzeln des Konflikts anzugehen, keine tragfähigen Optionen mehr seien. Krisen, so führte SE aus, kehrten umso komplexer zurück und griffen über ihre Grenzen hinaus, wenn ihre Lösungen nicht gerecht seien; ein temporärer Konsens halte die Geschichte nicht auf, SE verzögere lediglich ihre Fälligkeitstermine.
In diesem Rahmen bestand SE darauf, dass nur gerechte Lösungen einen dauerhaften Frieden schaffen und die Verstetigung des Zyklus aus Konflikt und Spaltung verhindern könnten.
SE warnte, dass mangelnde Rechenschaftspflicht eine der gefährlichsten Erscheinungsformen der Dysfunktionalität des internationalen Systems bleibe, „was sich in unserer Region zeigt. Das Leiden des palästinensischen Volkes unter eklatanten Verstößen gegen das Völkerrecht und die Tragödien im Sudan mit Massakern und schweren Verstößen zeigen allesamt, dass die Verwirklichung von Gerechtigkeit und der Schutz von Rechten unverzichtbare Bedingungen für die Wahrung der Stabilität der Region und die Verhinderung ihres Zerfalls sind.“
Zu Syrien erklärte Seine Exzellenz, dass nach schwierigen Jahren der Abwesenheit von Gerechtigkeit das syrische Volk einen Weg beschreite, von dem es hoffe, dass es zur Wiederherstellung führe – im Rahmen einer Übergangsjustiz, die den Zusammenhalt stärke und Sektierertum zurückweise und so den Weg für einen Frieden ebne, der die Seite der Vergangenheit umschläge und auf Beteiligung und Gerechtigkeit aufbaue.
SE hob außerdem hervor, dass die Herausforderungen, denen die Region gegenüberstehe, nicht isoliert von dem sind, was die Welt erlebt: einen ernsthaften Rückgang der Achtung des Völkerrechts, übermäßigen Gebrauch von Gewalt ohne Rechenschaftspflicht, die Schwächung der Rolle internationaler Institutionen. All diese Faktoren, so seine Einschätzung, erzeugten ein internationales Umfeld, in dem die Risiken zunähmen und das Vertrauen der Völker in das globale System schwindet.
In diesem Zusammenhang erklärte weiter auf dem Doha*Forum 2025: „Unsere aktuelle Welt muss das Vertrauen in das Recht wiederherstellen, ein gerechteres internationales System schaffen und die Gesellschaften und humanitären Organisationen als echte Partner beim Aufbau einer stabilen und inklusiven Zukunft verstärken. Dauerhafter Frieden wird nicht durch formelle Beschlüsse erreicht, sondern durch eine partizipative Anstrengung, die die menschliche Würde in den Mittelpunkt aller Politik stellt.“ Abschließend äußerte SE der Ministerpräsident und Außenminister den Wunsch, dass das Doha-Forum als Plattform dient, um die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Gesellschaften und humanitären Organisationen zu vertiefen, hin zu einer gerechteren und sicheren Zukunft für die gesamte Menschheit.
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